Jedes Jahr werden wohnungs- und obdachlose Menschen Opfer tödlicher Gewalt. Doch obwohl in zahlreichen Fällen die rechten Tatmotivationen auf der Hand liegen, bleiben eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Taten und ein Erinnern an die Opfer meist aus. Die Marginalisierung und Abwertung, die wohnungslose Menschen in allen Lebensbereichen erfahren, setzen sich auch nach ihrem Tod fort. Der Vortrag wirft den Blick auf die langen Kontinuitäten der Vorstellung einer angeblichen „Volksgemeinschaft“ und auf die daraus resultierende sozialdarwinistische Stigmatisierung, Verfolgung und Gewalt. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen Fälle tödlicher Gewalt gegen wohnungs- und obdachlose Menschen. Dabei werden auch regionale Beispiele in den Blick genommen.
Die Veranstaltung wird von dem Leipziger Historiker Dr. Alexander Rode moderiert.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Initiative Riebeckstraße 63 mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen.